Systainer-Werkbank
Werbung: Ich habe die hier verwendeten Werzeugkoffer-Auszüge der Firma HookZ kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen.

Stauraum kann man nie genug haben – gleichzeitig wünsche ich mir auch mehr Arbeits- und Ablagefläche. Dieses Projekt erfüllt beides. Gebaut wird eine Werkbank mit den Maßen 160 × 42 cm und einer Höhe von 90 cm. Das Gestell in Stollenbauweise ist dreigeteilt und bietet Platz für acht Werkzeugkoffer. Bei flacheren Koffern passen auch deutlich mehr hinein.
Bei mir stapeln sich so einige Werkzeugkoffer, die sich in den vergangenen zwanzig Jahren angesammelt haben. Viele Maschinen bewahre ich offen oder in anderen Laden verstaut in der Garagenwerkstatt auf. Manche der Maschinen und Zubehörteile sind aber selten in Verwendung oder vor allem im Außeneinsatz, und diese lagere ich lieber in ihren Werkzeugkoffern.
Einfach nur übereinandergestapelt brauchen die Koffer zwar wenig Platz, den richtigen herauszusuchen ist aber etwas mühsam. Der Bau eines Systainer-Regals stand daher schon länger am Plan – als dann die Anfrage von HookZ kam, ob ich mit ihren Werzeugboxen-Auszüge etwas bauen möchte, war klar: Das ist die perfekte Gelegenheit.



Auch wenn die Unterkonstruktion dreigeteilt wirkt, besteht sie eigentlich aus zwei eigenständigen, identischen Gestellen links und rechts. Diese sind fix verleimt und setzen sich jeweils aus zwei Seitenteilen, Längsriegeln und Füllungen zusammen. Die Seitenteile bestehen aus den Beinen, Querriegeln, Mittelfries und zwei Füllungen. Das Mittelfries ist so positioniert, dass die mittlere Verschraubung der Auszüge darin Platz findet. Die beiden Gestelle werden anschließend durch Längsriegel lösbar miteinander verbunden. Das hat mehrere Vorteile: Erstens kann die Werkbank für einenallfälligen Transport in gut handhabbare Teile zerlegt werden. Zweitens lässt sich bei Bedarf verkleinern (zwei oder eine statt drei Komponenten). Und nicht zuletzt ist auch der Bau durch die kleineren und identischen Komponenten effizient und unkompliziert.
| Bezeichnung | Anzahl | Länge (mm) | Breite (mm) | Stärke (mm) |
|---|---|---|---|---|
| Bein | 8 | 880 | 44 | 44 |
| Mittelfries | 4 | 672 | 44 | 44 |
| Längsriegel | 12 | 462 | 44 | 44 |
| Querriegel | 8 | 332 | 44 | 44 |
| Platte | 1 | 1602 | 450 | 20 |
| Rückwandfüllung | 2 | 682 | 472 | 8 |
| Seitenfüllung | 8 | 682 | 154 | 8 |
Als Material kommen vier Latten mit einem Querschnitt von 44 × 44 mm und einer Länge von drei Metern aus dem Baumarkt zum Einsatz. Daraus entstehen Beine, Mittelfriese sowie Längs- und Querriegel. Für die Rückwand- und Seitenfüllungen habe ich Reste von Pappelsperrholz verwendet. Die Latten werden entsprechend der Materialliste abgelängt und mit Domino-Dübeln der Größe 8 × 50 mm verbunden. Der Leistenanschlag der Domino-Fräse leistet dabei gute Dienste. Anschließend erhalten Riegel, Beine und Mittelfriese Nuten zur Aufnahme der Füllungen. Es empfiehlt sich, die Beine deutlich mit einem Tischlerdreieck zu markieren, um zu wissen, auf welchen Seiten Nuten gesetzt werden müssen – und wo nicht. Die Unterkanten der Beine habe ich leicht gefast. Anschließend geht es ans Verleimen: Zuerst die Seitenteile und anschließend jeweils zwei Seitenteile und die Längsriegel zu den beiden Gestellen verbunden.









Die Werkzeugkoffer werden auf Vollauszügen verstaut. Die Vollauszüge von HookZ haben Soft-Close und kommen mit einem Tablar, das gezielt für Koffer verschiedener Hersteller zugeschnitten ist. In meinem Fall für die Systainer von Festool, es gibt sie aber auch passend für Bosch, Dewalt, Makita, Metabo und auch für die klassischen Euroboxen. Im Fall der Festool-Systainer haken deren “Füßchen” vorn in Aussparungen der Tablare ein und werden zusätzlich seitlich geführt. So verrutschen die Koffer nicht und lassen sich gleichzeitig einfach aufsetzen und wieder entnehmen. An der Vorderseite besitzen die Tablare eine Grifffräsung.
Die Auszüge werden gut verpackt geliefert. Im Karton finden sich neben den pulverbeschichteten schwarzen Vollauszügen und Tablaren auch Schrauben zur Befestigung, eine Montageanleitung sowie eine Schablone zum Ausrichten der Auszüge – etwa für die Verwendung in einem Ikea-Pax-Regal. Richtig praktisch ist auch der Regalrechner: Auf der Website des Herstellers kann man die Regalmaße eingeben und die Höhe der Werkzeugkoffer auswählen. Dann erhält man eine schematische Darstellung des Regals inklusive Angaben zu den Höhen der Bohrpunkte.





Sind die Auszüge montiert, kann die Werkbank am endgültigen Standort aufgebaut werden. Die Längsriegel, die das linke und rechte Gestell verbinden, richte ich mit Domino-Dübeln aus und verschraube sie anschließend diagonal durch die Längsriegel mit den Beinen. Zum Schluss kommt die Arbeitsplatte auf das Gestell. Im Restelager werde ich fündig: ein Seitenteil eines alten, vermutlich von Hand gezinkten Schranks – Eschenholz, vom Sperrmüll gerettet.




